Keine Außenseitermeinung katholischer „Außenseiter“

Weihbischof Hans-Jochen Jaschke leistet mit seiner knappen Stellungnahme gegen die Antithesen des Initiativkreises (Hamburger Abendblatt v. 29.10.04) einen ökumenischen Offenbarungseid. Denn er widerspricht inhaltlich keiner einzigen Antithese, sondern distanziert sich lediglich überheblich von einem “Protest einiger Außenseiter”. So kann nur jemand sprechen, der den Antithesen inhaltlich nichts entgegenstellen kann.

Auch Jaschkes Behauptung, die Thesen seien “widersprüchlich zum Papst”, muss doch sehr erstaunen. Würde der Papst auch nur eines der Dogmen leugnen, die den Antithesen zugrunde liegen, würde er unverzüglich sein Papstamt verlieren. Dass der Papst damals die Rechtfertigungserklärung sehr höflich, aber dogmatisch nichtssagend als “Meilenstein” bezeichnet hat, ändert nichts an dem Umstand, dass die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung eine ökumenische Mogelpackung war. Dies ist keine Außenseitermeinung katholischer “Außenseiter”, sondern zeigte sich bereits vor fünf Jahren in dem Protest von 243 evangelischen Hochschullehrerinnen und -lehrer gegen die Rechtfertigungserklärung. Denn tragbar ist diese weder für Katholiken noch für Protestanten.

Selbstverständlich ist es auch das Anliegen des Initiativkreises, die Ökumene zu fördern. Dies kann aber nur auf dem Boden der Wahrheit des katholischen Glaubens geschehen. Und da weiß sich der Initiativkreis in voller Einheit mit dem Papst, der in seiner Ökumeneenzyklika von 1995 gesagt hat: “Es geht in diesem Zusammenhang nicht darum, das Glaubensgut zu modifizieren, die Bedeutung der Dogmen zu ändern, wesentliche Worte aus ihnen zu streichen, die Wahrheit an den Zeitgeschmack anzupassen, bestimmte Artikel aus dem Credo zu streichen mit der falschen Vorgabe, sie würden heute nicht mehr verstanden. Die von Gott gewollte Einheit kann nur in der gemeinsamen Zustimmung zur Unversehrtheit des Inhalts des geoffenbarten Glaubens Wirklichkeit werden. Was den Glauben betrifft, steht der Kompromiss im Widerspruch zu Gott, der die Wahrheit ist.” (Ut unum sint 18)

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Antithesen-Anschlag am Portal des Großen Michel

Mit fünf Antithesen zu der vor fünf Jahren am 31. Oktober 1999 in Augsburg unterzeichneten „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung” (GE) erinnert der Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Erzdiözese Hamburg daran, dass Rechtfertigung nach katholischer bzw. protestantischer Lehre zutiefst unterschiedlich verstanden werde. Einen Fortschritt in der Sache habe es seit Augsburg auch nicht mehr gegeben. Die Formel vom „differenzierten Konsens” sei bloß ein semantischer Kunstgriff und täusche eine Übereinstimmung vor, die nicht existiere. Die Rechtfertigungserklärung sei ein „Meisterwerk der Eloquenz”, dem es aber an der gemeinsamen Sprache des Glaubens fehle, so auch der Dogmatiker Leo Kardinal Scheffczyk in einem 2003 erschienenen Werk.

Der Initiativkreis wird die Antithesen zur Rechtfertigungserklärung am kommenden Freitag, 29. Oktober, um 14.00 Uhr, symbolisch an das Hauptportal der Hauptkirche St. Michaelis (Großer Michel) anbringen. Anlass dafür ist der ökumenische Gottesdienst am 31.10.2004 mit Landesbischöfin Maria Jepsen und Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, mit dem der 5. Jahrestag der Unterzeichnung der Rechtfertigungserklärung gefeiert werden soll.

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„Sackgassen des Ökumenismus“ – Prof. Dr. Klaus Berger spricht in Hamburg

„Die Lebenslüge Numero eins des Ökumenismus ist die Meinung, die Bibel oder allein die Schrift sei Maßstab der Vereinigung der Kirchen.“ So der Heidelberger Neutestamentler Prof. Dr. Klaus Berger kritisch in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.09.2004. Nun setzt sich der Katholik Berger, der seit vielen Jahren an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Heidelberg lehrt, erstmals in Hamburg kritisch mit dem Ökumenismus unserer Zeit auseinander. Auf Einladung des Initiativkreises katholischer Laien und Priester spricht Berger zum Thema

„Sackgassen des Ökumenismus“ am Dienstag, 12. Oktober 2004, 19.15 Uhr
Großer Saal des Hauses der Kirchlichen Dienste (am Mariendom) Danziger Str. 64-66, 20099 Hamburg.

In seinem Vortrag (Der Eintritt ist frei.) wird Berger zum einen die sog. Sackgassen in den strittigen zentralen theologischen Fragen zwischen Katholiken und Protestanten beleuchten, zum anderen den Verfall von Grundkonsensen zwischen der katholischen und evangelischen Theologie thematisieren. Beispiel: die Moraltheologie. Bei der Bewertung von Abtreibung und Gleichgeschlechtlichkeit existieren inzwischen tiefgreifende Gegensätze.

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Erinnerung an die notwendige Beseitigung liturgischer Missbräuche

Noch vor Beginn der Deutschen Bischofskonferenz richteten Gerhard Braun für die Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester in den Diözesen Deutschlands und Prof. Dr. Hubert Gindert für das Forum Deutscher Katholiken einen Appell an die Deutschen Bischöfe, die Liturgieinstruktion getreu in den Pfarreien umzusetzen. Sie erinnerten die Bischöfe an das zugesandte Schreiben vom Anfang Sommer dieses Jahres.

Dort wiesen sie darauf hin, dass von vielen Geistlichen und Gläubigen die verbindlichen Grundsätze zur Feier der Liturgie nicht aufgenommen wurden. So würden nach wie vor willkürlich fremde Texte in die Liturgie eingefügt, es gebe die Laienpredigt während der hl. Messe, Interzelebration und Interkommunion würden weiter praktiziert. Der Ungehorsam in den Pfarreien sei sehr ausgeprägt.

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Weihbischof Jaschke zu Gast bei den Freimaurern

Als Ärgernis für die katholische Öffentlichkeit hat der Initiativkreis katholischer Laien und Priester im Erzbistum Hamburg (IKH) den angekündigten Vortrag von Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke vor Hamburger und Bremer Freimaurern bezeichnet. Wie das Hamburger Abendblatt meldete und wie ein Sprecher der Hamburger Freimaurerlogen bestätigte, spricht der Weihbischof am Aschermittwoch vor „rund 100 Freimaurern aus 16 Hamburger und vier Bremer Logen” anlässlich ihres 2. Internationalen Freundschaftsessens.

Mit seiner Teilnahme an diesem Freundschaftsessen und seinem als „Hauptreferat” angekündigten Vortrag werde, so der IK in einem Schreiben an den Weihbischof, nach außen der Eindruck erweckt, als habe die Kirche ihr Urteil gegenüber den Freimaurern geändert. Nach Auffassung der „Aktionsgemeinschaft der Initiativkreise in den deutschsprachigen Diözesen” und des „Forums Deutscher Katholiken” werden die Freimaurer nicht nur unnötig durch Weihbischof Jaschke aufgewertet, sondern auch die Gläubigen hinsichtlich der Freimaurerei als solcher irregeführt.

Tatsächlich besteht jedoch die ablehnende Haltung der Kirche unverändert fort. So stellt die Kongregation für die Glaubenslehre in ihrer Erklärung vom 26.11.1983, der sich auch die Deutsche Bischofskonferenz ausdrücklich angeschlossen hat, Folgendes fest: „Das negative Urteil der Kirche über die freimaurerischen Vereinigungen bleibt … unverändert, weil ihre Prinzipien immer als unvereinbar mit der Lehre der Kirche betrachtet wurden und deshalb der Beitritt zu ihnen verboten bleibt.” Weiter heißt es dann: „Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen.”

Wird Weihbischof Jaschke, so fragt der Initiativkreis, den Logenmitgliedern am Aschermittwoch diesen bis heute unveränderten Standpunkt der Kirche ohne Einschränkungen verdeutlichen? Eine Alternative besteht jedenfalls nicht. Dazu die Glaubenskongregation: „Autoritäten der Ortskirche (also den Bischöfen) steht es nicht zu, sich über das Wesen freimaurerischer Vereinigungen in einem Urteil zu äußern, das das oben Bestimmte außer Kraft setzt.” (Quelle: Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 48, 2.12.1983)

Der Initiativkreis erwartet vom Weihbischof, dass sein Vortrag, entgegen der Mitteilung der Veranstalter, auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, um nicht nur Vermutungen zu vermeiden, sondern auch damit jeglichem Verdacht auf Geheimniskrämerei entgegenzuwirken. Ansonsten wäre es mehr als ratsam, so der Initiativkreis abschließend in seinem Schreiben an den Hamburger Weihbischof, den Vortrag kurzfristig abzusagen.

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